Heiner Keil. Hof Keil – Zwischen Weide, Verantwortung und dem eigenen Weg

Shownotes

Raus aus der Stadt, rein ins echte Landleben – in dieser Folge nehme ich dich mit zu Heiner Keil auf den Hof Keil im Münsterland. Hier wird Landwirtschaft nicht nur betrieben, sondern neu definiert: Von der Aufzucht bis zur Schlachtung, vom Naturschutz bis zum eigenen Fleisch auf dem Teller – alles liegt in Heiners Händen.

Wir sprechen darüber, warum er gegen alle Ratschläge seinen eigenen Weg geht, welche Werte und Visionen ihn antreiben und wie schwierig, aber auch erfüllend es ist, Verantwortung für Tiere, Natur und das eigene Team zu übernehmen. Du erfährst, was echte Transparenz in der Lebensmittelproduktion bedeutet und warum bewusster Konsum für uns alle wichtig ist. Lass dich inspirieren von einer Geschichte über Mut, Wandel und die Kraft, Dinge anders zu machen. Podcast E-Mail zutischpodcast@gmail.com

Hof Keil

https://www.hof-keil.de/

Naturschutzgebiete im Münsterland

https://www.nrw-stiftung.de/projekte/naturschutzgebiete-im-muensterland/

Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte

https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/landwirtschaftliche-maerkte/direktvermarktung/direktvermarktung_node.html

Mutterkuhhaltung

https://de.wikipedia.org/wiki/Mutterkuhhaltung

Artenschutz in der Landwirtschaft

https://www.bfn.de/themen/landwirtschaft/artenschutz-in-der-landwirtschaft

Transparenz in der Lebensmittelproduktion

https://www.transparenz-schaffen.de/

Transkript anzeigen

00:00:03: Raus aus der Stadt und rein ins Münsterland.

00:00:05: Heute führt mich mein Weg zu Heimer Keil, auf den

00:00:08: Hof Keil.

00:00:09: Hier beginnt der Tag wahrscheinlich ein bisschen anders als bei Nieren Berlin.

00:00:12: Während anderswo der erste Kaffee läuft sind hier vielleicht schon die ersten Tiere versorgt Maschinen unterwegs und die ersten Entscheidungen getroffen.

00:00:21: Wenn

00:00:21: man Bauernhof hört hat man sofort Bilder an Kopf Felder Kühe Trecker Stall Stahlgeruch Hofladen

00:00:29: Und natürlich

00:00:30: gehört das alles dazu.

00:00:31: Aber je mehr ich mich mit Heiner und den Hof beschäftigt habe, desto mehr hat mich eigentlich etwas ganz anderes interessiert.

00:00:38: Denn Hof Keil ist nicht nur einfach ein Ort an dem Lebensmittel produziert werden.

00:00:42: hier wird ziemlich viel selbst gemacht.

00:00:45: um genauer zu sein

00:00:46: alles

00:00:47: und auch selbst entschieden von der Aufzucht der Tiere bis zudem was bei uns auf dem Teller landet.

00:00:53: denn wenn man so nah dran ist kann man sich auch nicht so einfach aus der Verantwortung ziehen.

00:00:58: was mich heute aber vor allem interessiert Was steckt eigentlich hinter diesem Anspruch?

00:01:02: Was treibt jemand an, seinen eigenen Weg zu gehen, Dinge anders zu machen und dabei immer wieder neue Ideen für den eigenen Hof zu entwickeln.

00:01:12: Über sein Weg über Hofkeil über Landwirtschaft aber vor allem über die Menschen dahinter.

00:01:18: Dir viel Spaß beim Hören und Heiner schön dass du da bist!

00:01:28: Ja, total schön und total gerne natürlich auch von meiner Seite weil solche Sachen ja auch immer total interessant sind.

00:01:37: Bevor wir richtig starten und über dein Hof sprechen und das was dich so eintreibt und was hier so passiert würde ich dir eine relativ

00:01:45: einfache Frage stellen

00:01:47: Was ist ein typischer Hofmoment bei dem du dir denkst genau dafür mache ich das her?

00:01:52: Also mein typischer Hoffnement ist der wenn ich gerade jetzt in den Sommermonaten abends unterwegs bin, bei uns in den Naturschutzgebieten.

00:02:00: Und letzten Endes ist da die Tiere kontrollieren und sie trinken kontrolliert und einfach dann wenn die Sonne langsam untergeht, wenn ja wenn die Tiere dann schön auf dem Wiesel laufen.

00:02:13: und das ist einfach für mich so ein Moment wo ich

00:02:17: für mich persönlich

00:02:18: auch wenn der Tag noch so stressig war mit Gott weiß wie viel Telefonaten oder dort weiß wie viele Gesprächen und Terminen da eigentlich was heißt sofort aber wirklich auch immer wieder runter kommen.

00:02:33: Das klingt doch schon mal spannend, dann gibt es eine zweite Frage die immer am Anfang kommt Was möchte ich zum Freak?

00:02:41: Also mich macht zum Freaks dass wir eigentlich genau das machen wo uns jeder immer von abgeraten hat.

00:02:52: also wir haben uns beraten lassen von Landwirtschaftskammern aber auch von privaten

00:02:58: und ähnlichen

00:03:00: Und jeder hat immer gesagt, dass was ihr vor habt und das was ihr macht.

00:03:06: Das was ihr euch da ausgedacht habt funktioniert nicht in dieser Form.

00:03:11: Wir zeigen halt Tag für Tag, dass es doch irgendwo funktioniert Landwirtschaft Naturschutz Atenschutz Aber letzten Endes auch ein gutes Stück Rindfleisch Was gut aufgewachsen ist da irgendwo in Einklang zu bringen und dies auf einen Betrieb zu bringen.

00:03:32: Das heißt, ihr habt euch bewusst öfter gegen gute kann man ja nie sagen ob es ein guter oder schlechter Ratschlag ist das kriegt man hinterher immer raus.

00:03:40: aber bewusst dafür wo kommt dieser?

00:03:43: was hat euch

00:03:44: den Mut gebracht

00:03:45: euch gewusst dagegen zu entscheiden?

00:03:48: Also wir haben uns nicht bewusst dagegen entschieden sondern eigentlich bewusst an uns geglaubt.

00:03:55: Ich hatte immer diese Vision oder dieses Konzept im Kopf, das von der Aufzucht über den Zuchtbullen bis Geburt bis aufzucht bis Schlachtung bis zum fertigen Stück bei uns in der Theke oder im Rahmen der Veranstaltung.

00:04:13: Bei uns jeder Woche auch beim Gast hier auf dem Teller alles auf einem

00:04:17: Hof

00:04:18: sprich auf unseren Betrieb funktionieren kann.

00:04:20: und da haben wir oder ich persönlich immer dran geglaubt und haben es dann auch die letzten zwölf Jahre in dieser Form umgesetzt.

00:04:30: Hat natürlich auch viel Schweiß, Nerven,

00:04:35: Tränen und Geld

00:04:37: natürlich auch gekostet aber es ist auch im Großen und Ganzen eigentlich noch besser geworden als wir uns gedacht haben.

00:04:45: okay?

00:04:47: Lass uns nochmal kurz ein Stück in der Zeitgeschichte zurückgehen.

00:04:50: wann war für dich der Moment wo du gesagt hast Ich will diesen Hof wirklich übernehmen.

00:04:57: Also das fing bei mir irgendwo in der Grundschule

00:05:00: an, weil

00:05:01: wenn man jetzt mal ein bisschen zurück geht... Wir sind ein alter Siedlungsbetrieb hier, sprich mein Opa ist Kriegsvertriebener aus Schlesien, Räutiges Polen und er ist halt damals hier in diese Region ins Münsterland da verschlagen worden Und hat sich hier halt.

00:05:20: wo wir jetzt sind nennt es sich Gebiet der Roten Erde konnten sich halt Kriegsvertriebene auf Rüffestellen oder Hofstellen bewerben.

00:05:29: Das war immer so ein Fertigbaublock an Stall, Haus und so eine Scheune, gerade auch wie es hinter dir gerade da auf dem Bild abgebildet ist mit irgendwo immer zwischen achtzehn des zwanzig Hektar Fläche Eigentum.

00:05:46: Und dann hat er sich halt mit meiner Oma drauf beworben und haben das Losglück gehabt.

00:05:53: Ich glaube, auf diese sechzehn Betriebe, die hier ausgelost wurden, gab es über zweieinhalb Tausend Bewerbeln.

00:06:00: Und da haben wir halt das Glück gehabt, dass sie diese Hofstelle hier haben zugelost bekommen.

00:06:08: und so sind die dann Anfang der Sechziger mit einer Kuh und ein paar Schweinen ja angefangen und sieben Kindern.

00:06:16: Ja, wurde dementsprechend step-for-step dann immer aufgebaut.

00:06:19: mein Vater hat's weiter übernommen

00:06:22: Und

00:06:24: dann kam es irgendwann so Ende der Achtziger dazu.

00:06:29: Ich sag mal, da war ich grad sieben oder acht.

00:06:31: Da hatten meine Eltern einen schweren Verkehrsunfall und im selben Jahr ist der Hof hier einmal komplett abgebrannt.

00:06:39: Und da ging's danach drum auch – da kann ich mich heute noch daran erinnern – da kam ihm von meiner Mutter zu mir

00:06:45: und sagte

00:06:46: Heiner, möchtest du wirklich den Hof weitermachen?

00:06:49: Und ich glaub', ich war acht oder neun.

00:06:50: Ich habe mich da heute noch dran erinnert und ich habe gesagt, ja.

00:06:54: Und seitdem möchte ich den Hof machen.

00:06:57: Okay.

00:06:58: Ja?

00:07:01: Gibt es was aus der heutigen Sicht,

00:07:06: was du komplett anders machst wie deine Eltern davor?

00:07:10: Ja alles!

00:07:12: Also die haben ja nicht dieses Konzept in dieser Form damals schon aufgebaut weil sie haben ganz klassisch, ich sage mal Milchkühe, Mastschweine Alles konventionelle Landwirtschaften in diesem Sinne irgendwo geführt.

00:07:29: Und dann kam es, wann war's ungefähr?

00:07:33: Wir haben jetzt im Jahr zwei Tausend zwölf, zwei Taushalzen dreizehn.

00:07:36: Ging es halt dann wieder bei uns in eine Generationswechsel rein, sprich dass ich den Betrieb von meinen Eltern übernehmen

00:07:42: sollte.

00:07:44: Wie bauen wir dann sprich meine Frau und ich dem Betrieb so auf dass im besten Fall auch zwei oder drei Generationen davon leben können.

00:07:53: Und wir hatten halt die Möglichkeit, ich sage mal, wir lieben hier umringt von Naturschutzgebieten in kurzer Zeit von diesen Wiesen einiges zu pachten zu können.

00:08:03: und so haben wir uns darauf spezialisiert mit unseren Rindern sprich Fleischrinder, die wir da aber auch schon, ich sag mal zu zwanzig, dreißig Stück immer schon hatten diese Gebiete zu pflegen, sprich Landschaftspflege oder der Kiebel, zu der die Uferschnöpfe optimale Bedingungen davor finden.

00:08:25: Die Rinder müssen da die Flächen kurz halten und sind im Rahmen der Dienstleistung unterwegs für verschiedene

00:08:34: Kommunen

00:08:36: und haben uns darauf jetzt die letzten zehn zwölf Jahre spezialisiert.

00:08:39: Mittlerweile bewirtschaften wir etwas über zwei Hundert Hektar, haben immer so zwischen vierhundert bis vierhundfünfzig Tiere auf dem Betrieb haben mittlerweile ein Team von zweiundzwanzig Leuten, die uns unterstützen

00:08:52: und

00:08:52: in den letzten zwölf Jahren gut dreieinhalb bis vier Millionen reingeblasen.

00:08:56: In den

00:08:59: Hof!

00:09:01: Nimm mich mal mit zu der Entscheidung, die den Hof Keil aus deiner Sicht vielleicht bisher am stärksten geprägt und verändert

00:09:07: hat.

00:09:09: Ja

00:09:10: das

00:09:11: war natürlich einmal die Abkehr dieser ganzen konventionellen Sache sprich Die Mastschweine haben den Hof verlassen, die Milchkühe an den Hof verlassen und ich musste natürlich die ganze Vermarktung von dem Rennfleisch was wir da produziert haben ja irgendwo auch von Null aufbauen.

00:09:30: Und das war wie es halt immer auf vielen Betrieben dies auch im Nebenerwerbe aber auch teils im Vollerwerb hier unter auch machen.

00:09:37: Immer damit verbunden sprich gelingten Putzen muss man wieder anrufen möchten so irgendwie noch zehn oder zwanzig Kilo Rinnfleisch kaufen und diese ganzen Sachen.

00:09:45: Und so hat sich das Zimmer weiterentwickelt.

00:09:47: So hat man den Kundenstamm aufgebaut, dann ging es irgendwo dahin, dass wir... Erst haben wir ein oder zwei Tiere im Jahr geschlachtet, dann irgendwo nach einem bis zwei im Monat.

00:09:57: mittlerweile schlachten wir wöchentlich und haben wirklich da einen Kundenstam bundesweit auch über den Online-Shop, den wir täglich mit unseren Produkten von unserer Naturschutzwiesen hier aus Münsterland bedienen

00:10:11: Bevor wir gleich weitergehen, weil du hast gerade gesagt ihr schlachtet hier auch vor Ort selber.

00:10:16: Wenn jemand das erste

00:10:17: Mal auf

00:10:17: den Hof kommt was ist dein Wunsch dass derjenige nach einer Stunde wenn er hier ist versteht was er vorher vielleicht

00:10:24: nicht verstanden hat?

00:10:27: Das Rindfleisch nicht gleich Rind fleisch isst?

00:10:30: und es ist wirklich so ich sage man hat natürlich immer das Rind als CO-Zweikiller und diese ganzen Sachen im Hinterkopf.

00:10:38: Und wenn man dann sieht, dass die aus Übersee oder dementsprechend importiert werden und da auch in Slots unter fraglichen Bedingungen irgendwo dann auch aufgezogen oder dann auch gemestet werden ist das hier natürlich was ganz

00:10:55: anderes.

00:10:56: Hier

00:10:56: sieht man wirklich die gesamte Wertschöpfungskette auf einem Betrieb von der Zeugung über den Zuchtbullen des Geburtes bis Aufzucht bis Schlachtung Wenn man möchte, bis abends hier beim gemütlichen Beeftasting auf dem Teller hat man alles bei uns auf einem Betrieb.

00:11:11: Verlässt das Rind

00:11:12: nicht mal den Hof?

00:11:14: Das verlässt natürlich den Hof im Sommer um die Wörse da frei zu halten aber es sieht kein Lkw und keine Autobahnen und solche Sachen.

00:11:26: also es braucht den Hof nicht so viel zu verlassen.

00:11:29: Ist euch das extrem wichtig alles in der Hand zu

00:11:33: behalten?

00:11:35: Ja weil das ist so ein bisschen unser Konzept, unsere Vision und da wo wir eigentlich dran geglaubt haben dass sowas funktionieren muss irgendwo.

00:11:46: Ist natürlich inwirtschaftlich.

00:11:49: ja gerade so in der heutigen Zeit mit den hohen Energiekosten, mit der Inflation und sowas alles schaut natürlich der Verbraucher als erstes.

00:11:57: ich sag mal habe ich genug Geld für den Sprit, für den Urlaub und diese ganzen Sachen und guckt dann vielleicht wo kann ich essen gehen oder wo kann nicht einkaufen gehen und ähnliches.

00:12:07: Da auch eine Herausforderung.

00:12:09: Aber da wir mittlerweile viele verschiedene Standbeine haben, gleicht sich das immer wieder aus.

00:12:14: Sei es ich immer, wo es Corona war, wo die Ukraine angefangen hat aber jetzt die ganze Energiegeschichte gleich sich immer irgendwo wieder

00:12:24: raus.

00:12:26: Dann lassen Sie mal so ein bisschen den Weg quasi vom Rind bis zum Schluss auf dem Teller oder auf

00:12:32: das Grill oder wie

00:12:33: auch immer.

00:12:34: Das heißt, die Tiere wachsen

00:12:36: hierauf?

00:12:37: Ja, also ganz vorne angefangen.

00:12:40: Also wir haben bei uns auf dem Betrieb immer so fünf bis sieben Zuchtbullen die Sorgen dafür dass auf natürliche Art und Weise da auch Nachwuchs produziert wird.

00:12:48: Wir haben im Jahr immer so zwischen hundertsechzig bis hundred achtzig Geburten Und diese Stüpfzahl wird auch irgendwo hier geschlachtet.

00:12:57: Hier und Da ist natürlich auch nochmal ein Tier was dann vielleicht mal ausfällt.

00:13:01: ich sage mal durch Krankheit oder ähnliches hier und da hat er schon einmal der Wolf eingerissen.

00:13:07: Dann ist es so, dass wir sind ja eigentlich ein Mutterkuhbetrieb.

00:13:11: Das heißt die Kälber werden geboren, wachsen zusammen mit der Kuh auf der Wiese auf im Sommer und im Winter zusammen.

00:13:20: bei uns in den großen Strohstallungen laufen dann irgendwo so acht bis neun Monate mit der kuh zusammen.

00:13:27: ich werde auch immer oft gefragt was macht ihr denn mit der Milch?

00:13:30: Ich sage mal die Milche ist ausschließlich für das Kalb da unsere Tiere natürlich nicht auf Milchleistung gezüchtet sind, sondern ich sage mal da die Fleischqualität und das Fleisch im Vordergrund

00:13:43: steht.

00:13:43: Dann werden

00:13:45: zwischen acht bis neun Monate während der Kühe von den Kälbern getrennt, sprich die männlichen kombinieren Bereich und die weiblichen werden wieder in die Herde integriert, die werden kommender nachher irgendwo so, ich sag mal zwanzig bis vielen zwanzige Monaten kommen die wieder zum Bölen, spruch dass da wieder Nachwuchs kommt

00:14:05: Und die

00:14:05: männlichen werden mit acht bis neun Monaten kastriert als Ochsen, gehen dann noch mal auf einen anderen Betrieb der aber dieselben Haltungsbedingungen und dieselben Flächen bewirtschaftet wie wir.

00:14:18: Weil bei uns einfach die Kapazitäten für die Fläche und ich sag mal die Stahlkapazität und Futterfläche da nicht ausreicht und werden da aufgezogen bis ungefähr dreißig-fünfen-dreißig Monate und ist aber auch nur, ich sag mal fünf Kilometer weg von hier.

00:14:35: Und werden dann aber trotzdem die Ochsen anschließend hier danach auch geschlachtet und mitvermarktet.

00:14:41: Bei den Weiblichen ist es so... Die werden mit, ich sage mal, zwanzig bis vierzwanzig Monaten die jüngeren Rinder zum Bullen wiedergelassen.

00:14:50: Der Bulle belegt die, die tragen neun Monate lang das Kalb aus.

00:14:54: Das wird dann geboren Nächst dann wieder mit auf und dann wird nachher auch bei den Kühen immer selektiert.

00:15:02: Haben die gute Muttiereigenschaften, haben genug Milch sind die leicht kalbig und solche Sachen.

00:15:08: und da wir halt jede Woche schlachten wird da auch ich sag mal ziemlich stringent da auch durchselektiert.

00:15:18: Und für die Tiere, die nicht so ins System reinpassen.

00:15:22: Aber irgendwo da nicht so gut und intern ausselektiert.

00:15:26: Dann werden sie bei uns noch etwas nachgefüttert.

00:15:28: Die letzten vier bis sechs Wochen mit Futter was wir auch selbst

00:15:32: anbauen wie

00:15:33: Mais, Luzerner, Grashäu.

00:15:35: Damit die mich

00:15:37: zum Mager geschlachtet werden weil ich sage mal wenn wir dann wieder zum Produktnacher übergehen.

00:15:44: Ich brauche ein Produkt das eine gewisse Fettabdeckung hat aber auch ein gewisses intramuskuläres

00:15:49: Fett,

00:15:50: um.

00:15:50: weil erkläre ich auch immer wieder was Nutzwünners sich machen vor ein paar Jahre Arbeit und habe nachher ein Produkt das nicht überzeugt.

00:15:58: Und der Kunde soll ja auch nicht nur wegen dem guten Gewissen einkaufen sondern auch wegen, ich sage mal im guten Produkt und deswegen muss man da hier ist es wichtig oder für uns zumindest dass man dies auf beides zusammenbringt Und deswegen achten wir da auch auf die Fettabdeckung und ähnliches.

00:16:17: Wenn das dann alles gegeben ist, werden hier bei uns im eigenen Schlachtbereich damit geschlachtet.

00:16:26: Zerlegt reifen hier drei, vier, fünf, sechs Wochen am Knochen ab und wenn er so zerlegt wie der ankaufen kann oder online Shop oder Gastro oder Feinkost oder Großküche und dann ist eigentlich alles am Tier verwertet.

00:16:41: Das sind ja aber alles Sachen, die in einem klassischer Gast liegen.

00:16:44: Jetzt mal einfach von der Familie oder ähnlich mehr aus oder Gastronomen finde ich nochmal ein bisschen Unterschied.

00:16:50: Aber der klassische erst zu Hause Endkunde das sind hier alle Sachen Die Aus meiner Sicht so ein bisschen nicht nur aus den Augen verloren sind sondern eigentlich sehen ja die Gäste nur noch das Klassische fertige Produkt- oder Lebensmittel In der Verpackung

00:17:08: und deswegen machen wir eigentlich wieder auch denn Bereich Social Media, ich sage mal etwas intensiver damit man auch die Hintergründe und die Zusammenhänge und diese ganzen Sachen versteht.

00:17:20: Weil natürlich wenn man jetzt einen Flyer oder ein Rollup oder ähnliches hat, das ist ja ein Bild wo eine Ruhe auf der grünen Wiese steht Punkt.

00:17:30: aber bei uns

00:17:31: können wir wirklich vom

00:17:32: Artenschutz auf den Flächen berichten von der Ernte, ich sag mal von der ganzen Kette können wir halt berichten Da brauchen wir nichts zu machen.

00:17:42: Also, wir haben es einfach da!

00:17:43: Wir leben eigentlich das, wo andere mitwerben, sagen wir mal so und transparenter und nachvollziehbarer als bei uns kann man eigentlich kein Rennfleisch.

00:17:59: meines Erachtens irgendwo...

00:18:01: Genau weil ich kann's ja hier vor Ort jeden einzelnen Punkt den du besser beschrieben und erzählt hast, kann ich ein

00:18:06: Jahr nachvollziehen?

00:18:07: Ja Aber es ist auch so, ich sage mal das rechnele ich unseren Kunden hoch an.

00:18:12: Der Kunde der bei uns einkauft ist auch der der sich damit beschäftigt also der vorher nachdenkt was brauche ich und diese ganzen Sachen weil er dann bei uns im Laden zu neunzig Prozent nur Fleisch kaufen kann.

00:18:26: Also bei uns gibt's jetzt kein Vollsignensortiment oder ähnliches.

00:18:29: also der kunde der sich jetzt zum Beispiel samstags morgens dafür entschließt muss vorher schon drüber nachgedacht haben.

00:18:37: Ich krieg Gäste, ich möchte grillen und habe nächste Woche Kauf auf Vorrat oder solche Sachen.

00:18:42: also da haben wir wirklich auch die Kunden ja über den Einkauf aber auch über die Haltung und das Konzept und als Ganzes sich auch noch gedanken

00:18:52: machen.

00:18:53: Wäre es etwas was wir uns nicht eigentlich von viel viel mehr Menschen allgemein wünschen könnten dass sie über das Produkt oder das Lebensmittel was ihr kaufen nachdenken?

00:19:04: Das

00:19:04: wäre Das würde ich mir sehr wünschen, weil da wird es für uns auch nochmal deutlich einfacher werden.

00:19:09: Weil's wirklich auch aufgrund der Investitionen die wir in den letzten Jahr getätigt haben hier und da manchmal einfach noch mal eng ist mit dem ganzen Personal, mit der Bank und alles was da so dran hängt wenn da jeden Monat noch eben dreißig vierzigtausend Euro nun mal so rausgehen ohne dass eine Rechnung bezahlt ist.

00:19:29: Ist natürlich auch eine enorme Belastung die man da hat.

00:19:32: aber muss man auch sagen wir haben mittlerweile in stunden Kundenstamm sei es online bundesweit aber auch hier lokal die uns da wirklich was heißt unterstützen, aber ist anerkennen und halt bei uns

00:19:47: kaufen.

00:19:48: Und wie ist das mit Gastronomie?

00:19:50: Weil Gastronomen oder vor allem Köche suchen

00:19:52: ja auch immer

00:19:53: Stories hey wo kommt das Produkt her?

00:19:55: wer macht das am liebsten noch ein Gesicht?

00:19:57: dazu

00:19:58: findet ihr da gut statt.

00:20:02: also im gastrobereich Tue ich mich ehrlich gesagt schwer.

00:20:05: Okay, weil wir natürlich... Ich sag mal wenn nicht jetzt von Online-Shop zum Hofladen liegen irgendwo so gut fifteen Prozent dazwischen und zum Gastro, weil er muss natürlich auch noch seine Kosten und so rechnen, dann würden wir nochmal irgendwo knapp dreißig Prozent danzwischen liegen.

00:20:19: Und wenn ich natürlich meine Produkte dann genauso gut über einen Online-Shop und über ein Gastro sage ich schon über den Hofladend verkaufen kann,

00:20:31: ja,

00:20:31: muss man natürlich auch von der Wirtschaft riechen Seite schauen, wo geht es dahin?

00:20:36: Und gerade im Gastrubereich habe ich viel oder oft das Problem, dass

00:20:42: einfach,

00:20:43: ich sag mal Rosebee-Filly diese Sachen bestellt wird.

00:20:48: Aber vielleicht auch so was heißt Nähmprodukte wie zum Beispiel mit Fong selber machen Oder man bestellt hier den Grund den Ansatz oder ähnliches.

00:20:56: Also da ist Im Bereich Edelteile sind wir natürlich begrenzt.

00:21:02: wenn er jetzt in der Woche drei Tiere schlachten habe ich sechs Filis.

00:21:07: Mehr geht

00:21:07: ja, mehr geht ja dementsprechend an mich und da muss man halt immer schauen.

00:21:11: Und da gerade die Edelteile da begrenzt sind natürlich habe ich hier und da auf ein paar dabei, die auch dann im Bereich Edel Teile da beliefert werden ist einfach so eine Win-Win Situation.

00:21:22: wir können mit denen werben die mit uns gibt doch wieder so ein gewisses Vertrauen aber jetzt nicht so dass sich mich nur auf Gastro spezialisiert haben um da letzten Endes meinen Betrieb auf, ich sag mal nur, auf Einstandbein zu stellen.

00:21:41: Das ist nicht der Fall.

00:21:45: Welche Sachen sind so im Alltag gesehen die schwierigsten

00:21:51: für dich?

00:21:53: Weil es ist ja schon relativ komplex wenn du sagst hey unsere Tiere wachsenden oder leben in einem Naturschutzgebiet.

00:22:00: Ich muss regelmäßig auch Wir sind jetzt im Sommer, als wir aufnehmen.

00:22:03: Es ist also relativ warm und indem man sich bei euch auf Instagram beispielsweise gesehen habt schaut ihr auch regelmäßig über den Tag dass es dem Tieren gut geht das die Tränken funktionieren etc.

00:22:16: plus

00:22:16: das Thema Schlachten plus mit dem Team zusammen den Shop, den ihr selber führt.

00:22:23: Eigentlich findet ihr alles in dieser kleinen Bubble bei euch statt.

00:22:27: Mega viele Aufgaben, mega viele Punkte am Tag.

00:22:29: Aber was ist so?

00:22:30: das wo du sagst hey dass es das... Das mach ich zwar gern aber das is auch das was richtig Energie frisst.

00:22:37: Also ich hab ja eigentlich Landwirt gelernt

00:22:40: Und

00:22:41: im Bereich der landwirtschaftlichen Ausbildung lernt man keine Personalführung.

00:22:48: Das ist nicht nur da.

00:22:49: also würde

00:22:49: ich jetzt mal in den Raum

00:22:50: steuern.

00:22:51: und wenn man natürlich so etwas aufbaut wie jetzt hier und du hast auf meinem Team von zwanzig Leuten Ich sag mal, sag ich auch immer auf unseren Führungen.

00:23:00: Du kannst besser vierhundert Tiere halten als zwanzig Leute unter einen Hut kriegen ist deutlich einfacher.

00:23:06: aber mittlerweile haben wir uns da auch in dem Bereich oder habe ich mich da auch weitergebildet und Wir haben wirklich jetzt auch ein gutes Team zusammen.

00:23:16: Aber das ist

00:23:18: für mich

00:23:19: der Bereich die er bei mir am meisten Energie zieht.

00:23:25: Wenn wir so ein bisschen auf des wirtschaftlichen gehen, was war so die Entscheidung?

00:23:31: Die dich im Kopf vielleicht auch im Bauch.

00:23:33: Da kommen wir gleich noch dazu ob du ihren Bauch oder Kopfmensch bist.

00:23:36: aber die Entscheidung seitdem du dem Hof übernommen hast, äh... ...Zwurtausendzwölf

00:23:41: ähm...die dich am

00:23:43: meisten beschäftigt hast wo du am meisten und am schwierigsten drüber nachgedacht hast zu hey mach ich's, mach ich es nicht.

00:23:50: Wo war das zu der wagenes Punkt

00:23:53: quasi?

00:23:55: Aber ins Eingang also stand eigentlich nie zur Debatte mache ichs oder mache ich's nicht?

00:23:59: Also für mich stand es eigentlich immer fest, dass ich's mache auf die eine oder andere Art und Weise.

00:24:07: Ich bin auch kein Kopfmensch.

00:24:08: Ich mach nur aus dem Bauchhaus was manchmal natürlich nicht so förderlich ist gerade wenn ich auch viele Kopfmenschen mit am Tisch sitzen habe.

00:24:18: aber das Gefühl... halt mein Bauchgefühl hat mir eigentlich im Nachhinein immer gezeigt, dass es richtig ist.

00:24:29: Natürlich, ich sage mal jetzt gerade auch wieder die politischen Veränderungen und so.

00:24:34: Die da sind ist natürlich auch mit aus finanzieller Hinsicht.

00:24:40: Ich sage mal wenn da irgendwelche Sachen Förderung im landwirtschaftlichen Bereich oder so gestrichen werden sollen und sowas.

00:24:45: Natürlich auch immer so eine Sache was wo man ihn von bisschen Bauchschmerzen hat.

00:24:50: aber vom Bauch her es ist wirklich so dass wir ja eigentlich nicht nur noch ein oder zwei Generationen an Menschen hier haben möchten, sondern auch noch vielleicht ein paar hundert Jahre mehr.

00:25:05: und wenn es halt so weitergeht wie jetzt ich sage mal die letzten hundert jahre ja wie soll's da funktionieren?

00:25:13: na und deswegen ist das irgendwo so eine Art und Weise die vielleicht funktionieren kann auch langfristig wie

00:25:22: man

00:25:23: mensch und tier Das heißt jetzt im Artenschutzbereich, aber auch wenn man sich davon ernähren möchte Im gewissen Kreislaufsystem.

00:25:32: Auch vielleicht funktionieren

00:25:33: kann.

00:25:34: Ist das zum punkt der dich auch antreibt zu sagen

00:25:37: oder Jetzt

00:25:38: den Weg und die Entscheidung zu treffen eigentlich ist der Kerns

00:25:42: Ganzen

00:25:43: dass es den Hof keil in hundert oder zu Hundert jahre Medialfall immer noch gibt.

00:25:48: Also da habe ich ehrlich gesagt noch gar nicht über nachgedacht weil

00:25:51: ja hier fragen wir stellen die

00:25:54: Ja Auch jetzt bei uns unser Ältester, der wird jetzt nächste über nächste Woche vierzehn.

00:26:01: Da steht dann auch so ein bisschen die Frage im Raum.

00:26:04: möchte das weitermachen oder nicht?

00:26:07: Weil so einen Job

00:26:10: kann man nicht... Es ist ja

00:26:15: ein Leben eigentlich.

00:26:17: Was heißt was man dafür gibt?

00:26:19: aber es ist halt Man muss es leben oder man muss es lassen.

00:26:24: Und weil wenn man dies einfach nur irgendwo halbherzig oder ja von acht bis sechzehn Uhr oder Ähnliches machen möchte, funktioniert es nicht.

00:26:36: Da muss man sich halt darüber im Klaren sein.

00:26:38: natürlich kann man auch wieder irgendwas umstellen und das Konzept ändern diese ganzen Sachen.

00:26:43: aber dass Konzept als solches wie jetzt hier aufgebaut haben muss man auch schon leben sonst funktioniert's nicht und man muss es vor allen Dingen wollen Und lieben und lieben.

00:26:55: Bin gut nun in Schläguss!

00:26:59: Du hast eben gerade das Thema Landwirtschaft Förderung im weitesten Sinne Politik angesprochen, der will jetzt gar nicht über Politik reden sondern eh

00:27:06: an...

00:27:07: Ich würde eh an dir gerne die Frage stellen wollen wenn du so auf das Thema landwirtschaft bei uns in Deutschland blickst oder vielleicht auch am Dach rauben wenn du den Einblick hast was macht ihr da so am meisten Sorgen?

00:27:20: Wenn du so in die Zukunft

00:27:21: blickest Was heißt am meisten Sorgen?

00:27:27: Aber wir haben

00:27:27: natürlich eine gewisse

00:27:30: Zahl an Menschen, die ihr halt in Deutschland leben.

00:27:33: Und wenn man bei der Ernährung schaut wie viel Kilo Fleisch pro Kopf da gegessen werden ist das natürlich ja auch schon nicht ganz ohne und es wenn zu Beibehalten werden soll muss es ja halt auch irgendwo herkommen.

00:27:48: Jeder kann sich das natürlich auch in dieser Form wie wir jetzt hier machen auch nun mal nicht leisten Zumindest wenn man diese Menge an Fleisch da irgendwo jeden oder jede Woche weiter essen möchte.

00:28:02: Ist halt die Frage, also wir sagen immer ich sage mal gezeigt jetzt nicht mit dem Finger auf anderen und sagen ich sag mal das sehr gute Bauer und der sehr schlechte Bauer es gibt halt was heißt du die Daseinsberechtigung für alle?

00:28:17: Aber jeder macht es halt irgendwo so auf seine Art und wie er's vielleicht auch gelernt hat, und wir vielleicht auch dran glaubt.

00:28:24: Und bei mir ist es halt irgendwann so gewesen dass ich gesagt habe ja ich möchte es eher nicht so machen das ich selbst auch einen ganzen Tag im Stall sitze und diese ganzen... Ich sag mal wie die Tiere da irgendwo sondern einmal mir, aber auch den Zielen irgendwo etwas mehr Lebensqualität da geben möchte.

00:28:45: und deswegen haben wir uns dafür entschieden das halt auf diesem Weg zu machen.

00:28:51: Aber ja ist schwierig.

00:28:55: also es ist natürlich so wo man gerade in Schweine um Gefügelbereich da einfach schaut Geht halt nur über Stübzoll, über Masse oder Billig.

00:29:08: Das sollte eigentlich mittlerweile

00:29:10: offensichtlich

00:29:10: klar sein.

00:29:12: Aber wenn man beim Discounter vom Regal steht und man hat da nur orange,

00:29:18: grün

00:29:19: und gelb als Streifen spiegelt das ja nicht wieder was dahinter steckt.

00:29:25: Und das ist ja auch so ein bisschen das Problem dass es da auch wieder über Marketing und Werbe um ich sage mal dann auch wieder ein bisschen verheerlicht wird Und dann natürlich auch, gerade bei der jetzigen Preispolitik ganz einfach zum günstigen getroffen wird.

00:29:43: Weil es ja auch nicht wirklich das aussagt auf dieser Folie was ist... also das sagt ja nichts aus, oder?

00:29:50: Also wenn ich sage, wir bleiben mal bei Geflügel ein bisschen weiter weg.

00:29:54: Bodenhaltung, was ist Bodenhaltungen?

00:29:57: Dass das Tierchen auf dem Boden steht irgendwo und laufen kann an Anführungsstrichen und nicht in den Käfig.

00:30:04: auch fängst du über einen Regen auf dem Boden.

00:30:06: Genau, aber die Frage ist ja selbst dann wie weit kann sich es bewegen?

00:30:09: Und ist dieser Boden drin oder draußen?

00:30:10: Mit wie viel auf einem Quadratmeter und so was alles.

00:30:13: Richtig genau!

00:30:15: Aber um jetzt nicht ganz ins negative abzudriften wo siehst du oder wo sind deine Hoffnungen für die nächsten Jahre?

00:30:22: oder was wäre auch so ein Wunsch vielleicht an Die Menschen die das hören auf was sie achten könnten auf was Sie bewusst schauen können eine gute Auswahl

00:30:34: zu treffen.

00:30:34: Es kann ja immer noch ihre Auswahl sein, weil wir sind uns dabei da.

00:30:37: Wir glaube ich beide sind

00:30:38: uns beider eigentlich...

00:30:40: Eigentlich sind wir schon weiter als dieser Gedanke muss es jeden Tag Fleisch sein.

00:30:45: Da steht eigentlich ein Nein dahinter sondern

00:30:47: wenn

00:30:48: Fleisch dann eigentlich gutes Fleisch genauso solltest bei anderen.

00:30:51: aber ich gebe dir vollkommen recht!

00:30:54: Es ist auch schwierig.

00:30:55: Wir Menschen sind ja so ein bisschen eigenes.

00:30:57: Ist sehr schwierig aus seiner eigenen Die Komfortzone rauszugehen und sicherlich auch, was uns alle beschäftigt.

00:31:03: Egal ob Gastronomen oder in einem Unternehmen.

00:31:07: Das Thema Wirtschaftlichkeit betrifft uns alle.

00:31:10: Und zum Schluss muss ich schauen dass sich einfach meinen Mitteln gegenüber vernünftig mehren kann.

00:31:16: aber trotzdem kann nicht da schauen das es nicht immer das Günstigste

00:31:19: ist.

00:31:21: Aber was sind so deine Punkte wo du sagst hey wenn ihr darauf schaut dann habt ihr schon mal nächste Woche den ersten und zweiten Schritt gemacht in die richtige Richtung.

00:31:29: Also,

00:31:30: den

00:31:30: Ansatz sehen wir gerade auch im... ich sage jetzt mal im Schweinebereich da irgendwo gemacht haben ist ja ganz gut mit Auslauf von diesen Sachen, die davon der Politik jetzt vorgegeben wurden.

00:31:42: aber es ist ja auch so dass momentan die Landwirte überhaupt gar keine Planungssicherheit da haben Also auch in der Vermarktung und so was.

00:31:53: Du musst ja, wenn du heutzutage in Stall baust... Ich sag mal ist eine Million oder zwei oder drei oder vier ist ja nix.

00:31:58: Na und das ist ganz einfach so!

00:32:01: Und ich sag mal sowas finanziert man dann natürlich nicht auf fünf oder sechs Jahre sondern irgendwo so euch schützt mal so auf zwanzig ungefähr.

00:32:08: und da brauche ich ja irgendwo auch dann für meinen Absatz Sicherheit auf diese zwanzig Jahre.

00:32:14: und das ist halt das Problem, dass es von der Politik da einfach nicht gegeben ist.

00:32:18: Und deswegen sind auch viele jungen Landwirte gerade so verunsichert, die jetzt vielleicht gerade im Generationswechsel sind.

00:32:27: Welchen Weg gehen wir?

00:32:29: Wo geht da die Reise hin?

00:32:34: Wie war die Frage noch?

00:32:37: Hekt's bei der ein

00:32:38: wenig andere Arrore nicht?

00:32:41: Nein!

00:32:41: Die Grunde, die

00:32:42: war auf

00:32:42: was können... Gäste oder Kunden halt achten in Zukunft, oder nächste Woche wenn sie mal wieder einkaufen gehen.

00:32:51: Ja das wäre eigentlich so.

00:32:52: Also wenn ich beim Discounter einkaufe ist es natürlich schwierig.

00:32:55: Schwierig.

00:32:56: Es ist aber auch so bei gut sortierten.

00:33:00: Ich würde jetzt keine Werbung machen Aber steht auch manchmal dran von Bauer sowieso.

00:33:05: Oder es gibt auch schon welche.

00:33:07: Das läuft dann über verschiedene Programme.

00:33:09: Die haben da ein Monitor an ihrer Fleischstärke Da gibts ein Live-Bild aus dem Stall Und so, also es gibt schon Möglichkeiten wo man irgendwo ja sieht dass die Tiere besser gehalten werden als Standard.

00:33:24: Aber man kann natürlich auch und das kann jeder auch ganz einfach an einer Fleischsticke nachfragen.

00:33:29: Wo kommt denn zum Beispiel das Ruhengrenzschwein Lam Kalb her?

00:33:36: Und wartet dann mal ab was für eine Antwort kommt!

00:33:38: Natürlich am transparentesten ist es immer wenn man beim Landwirt direkt vor Ort kauft der seine Dreckvermarktung hat und diese ganzen Sachen.

00:33:49: Selbst auch hier und da gibt es kleine Metzgereien, die ein bisschen was anbieten, obwohl da natürlich immer ja ich so die Erfahrungen gemacht haben, die haben dann vorne zwei drei Rinder laufen, die für das Bild da sind und hinten fährt der Anhänger vor oder der Lkw-Unlätern aus Und genau aus diesem Grund haben wir auch immer diese Vierhundert bis Vierhenhaftfünfzig Rinder dass wir halt alles aus dem eigenen Bestand bedienen können.

00:34:19: Und

00:34:21: ja, das macht irgendwo da zumindest bei uns den Unterschied, dass wir so transparent ehrlich und einfach offen sind und man im Rahmen der Öffnungszeit in jeder Zeit hier bei uns auf den Hof kommen kann sich den ganzen Betrieb anschauen kann und halt erleben kann wie wir Landwirtschaft hier leben

00:34:38: was ja schon ein Erlebnis ist weil ich bin das erste

00:34:40: Mal heute

00:34:42: Allein diese Einfahrt, wenn du von der Bundesstraße da kommst.

00:34:45: Du hast die erste kleine Allee und denkst dir

00:34:47: jetzt wird es aber herrschaflich?

00:34:49: Und dann legt man nochmal ab und dann merkst du so oder passiert was weil das stehen auch gleich Rinder irgendwie und dann läuft mir die Erste Hände mit ihren Kücken

00:34:56: durch

00:34:57: den Weg.

00:34:57: also da ist ja auch etwas Was man vielleicht als Familie seinen Kindern auf schon mal mitten geben kann Weil sie doch das Produkt ist.

00:35:05: ein doofes Wort dafür.

00:35:06: Aber dass lebende Tier dazu Mal sehen und nicht des einfollierte irgendwo Den Heiner Keil außerhalb des Hofs glücklich.

00:35:16: Gibt es eigentlich Zeit außerhalb, weil eigentlich ist das ja so wie du vorhin auch gesagt hast nicht ein Fulltime Job sondern eigentlich ist es Leben?

00:35:24: Ja aber trotzdem muss man aus dem Leben auch manchmal raus.

00:35:28: und bei uns ist es halt so dass wir dann wenn wir wegfahren ein zwei drei Wochen mittlerweile auch bei unserem Team was wir haben können wir uns die Zeit dann auch nehmen Geht's irgendwo in die Sonne, an den Strand und

00:35:44: Pool

00:35:45: und einfach abschalten.

00:35:47: Und das Handy bleibt aus... ...und zu Hause müssen alle sehen der Zerklarko.

00:35:52: Erst das so!

00:35:54: Also in den ersten zwei Jahren oder drei Jahren habe ich mein Handy auch komplett zuhause gelassen.

00:36:00: Mittlerweile nehme ich es wieder mit weil sie wissen schonmal die Können zwar anrufen aber machen uns nicht und wir haben da wirklich jetzt ein gutes Team zusammen.

00:36:09: irgendwo.

00:36:11: wir

00:36:11: fliegen oft nach Kurfu, weil mein Cousin da wohnt.

00:36:17: Was soll ich von dahinten machen?

00:36:18: Ich kann höchstens sagen wo die anrufen sollen.

00:36:20: aber ich kann jetzt sich zurückfliegen und wenn dir auf einer Bahngleise ein paar Wasserbüffel stehen... Schau mal bis ich da bin sind sie überfahren!

00:36:29: Ja du hast vorhin gesagt dass ihr vieles versucht den zu sehen oder wie auch immer über Instagram oder über Social Media zu zeigen, von dem was ihr tut.

00:36:43: Wie viel Zeit und wie aufwendig ist das für euch?

00:36:48: Also jetzt wenn ich von meinen Stories spreche mache die so im Vorbeilaufen.

00:36:53: also da denke ich auch nicht drüber nach.

00:36:56: da mache ich einfach gerade so wie es mir in den Kopf kommt wenn wir von unseren Beiträgen sprechen die wir machen.

00:37:04: Da habe ich Sofia und Jula, die mich da unterstützen.

00:37:08: Und gerade Sofia ist in dem Bereich sehr fit und hat es auch als Quereinsteigerin super unterwegs und kreativ.

00:37:20: Wir haben dann auch Kameras, Licht und Ton.

00:37:24: Diese ganzen Sachen haben alle angeschafft die letzten Monate um da auch dies Ich sage mal, gewissen Qualität dann auch dem Kunden anbieten zu können.

00:37:34: Und da bieten wir halt einmal Unterhaltung, einmal Information und einmal ich sag mal so ein bisschen was heißt Kochen?

00:37:44: Der Bauer halt so kann... Nein!

00:37:48: Es sieht halt ganz gut angenommen und es wächst heute immer so langsam weiter.

00:37:55: Wenn du den Hof in zwanzig-vonzwanzig Jahren siehst Was wäre für dich eine Sache, die unbedingt

00:38:02: bleiben muss?

00:38:04: Und was ist für dich etwas, das sich unbedingt

00:38:07: verändern muss?

00:38:10: Das sind gute Fragen.

00:38:13: Verändern... Also wo ich noch so ein bisschen von Träume bin, dass wir letzten Endes hier um den Hof auch so einen Naturschutzgebiet selbst schaffen.

00:38:24: Sodass ich eigentlich die Türen aufmachen kann und die Tiere laufen lassen kann ungefähr Weil momentan haben wir halt unsere Wiesen, die wir haben so im Umkreis von gut fifteen bis zwanzig Kilometern alle verteilt und ist natürlich logistisch schon eine ganz schöne Herausforderung diese alle zu koordinieren.

00:38:46: Aber ich sage mal in den nächsten zwanziger Jahren kann ich mir vorstellen dass wir hier um den Betrieb noch einiges an Flächen arrondieren können wo wir vielleicht dann auch Naturschutz drauf etablieren können

00:38:59: und

00:39:00: dass man da dann auch direkt dies vor der Tür wie er auch zeigen kann, wie es momentan schon überall verteilt in den Schutzgebieten stattfindet.

00:39:10: Und was darf bleiben oder muss bleiben?

00:39:19: Also die Führungen müssen auf jeden Fall bleiben.

00:39:23: bei der Schlachtung und beim Produkt bin ich manchmal so hin- und hergerissen weil natürlich ich werde auch immer oft gefragt einer kannst du die Tiere denn dann

00:39:34: auch zur Schlachtungen bringen?

00:39:36: Und ich habe für den Bereich auch vor zwei Jahren extra diesen Sachkunde-Nachweis gemacht, dass sich die Tiere auch selber per Bolzenschuss oder per Kugel.

00:39:44: Sprich wir haben auch Wasserbüffel und unsere Tauchesrinder, die ganzjährig auf Erwiese sind.

00:39:49: Die dürfen dann mit einem Gewehr auf der Fläche entnommen werden.

00:39:52: Das kann ich auch selbst machen?

00:39:57: Aber ich wurde schon oft gefragt, wer denn nicht eher so ein Gnadenhof oder ähnlich ist für euch... aber da kann ich noch nichts zu sagen!

00:40:08: Also meinere vom Grundsatz her ist das Konzept eigentlich schlüssig, aber man muss halt darüber im Klaren sein wenn ich halt irgendwo Fleisch essen möchte.

00:40:21: Man muss halt immer ein Tier dafür sterben und dann denke ich lieber auf diese Art und Weise mit dieser Haltung als irgendwie anders.

00:40:35: Das Thema Schlachtung

00:40:36: ist ja ein

00:40:36: heitles Thema grundlegend Und ihr versucht ja schon zu schauen, wenn das wird von den Menschen dann zur Schlachtung gebracht.

00:40:45: Was es über ihr Leben lang gesehen hat muss nur irgendwo hinfahren.

00:40:50: Aber drehen wir das Ganze nochmal um Wie geht's denn dir beispielsweise dabei?

00:40:54: Bist du emotional wie emotional oder verbunden hast das für dich?

00:41:01: Also eigentlich emotionale Verbundenheit habe ich in dem Bereich da jetzt nicht.

00:41:06: Es ist natürlich auch.

00:41:08: Ich gucke auch natürlich durch diese ganze wirtschaftliche Brille dann irgendwo.

00:41:13: Aber muss ich dazu sagen, wir hatten letztes Jahr irgendwann mal von unseren Aueroxen und Taurisrennen, da hatten wir zwei Tiere dabei.

00:41:21: Da war eine Kuba-Zweinzwanzig und eine war ein Zwanzig.

00:41:26: Ja, da macht man sich schon Gedanken dazu.

00:41:27: also wenn die ungefähr so halb so alt sind wie man selbst ist es wirklich

00:41:36: schwerer.

00:41:38: oder denkt man drüber nach?

00:41:41: oder mehr drüber nach als wenn man jetzt, weil da ist ein ganz normales herkömmliches Haus rinnt hat.

00:41:45: aber ich sage mal unsere normalen Fleischbründer die irgendwo dann acht neun oder zehn Jahre vielleicht neu alt werden.

00:41:53: Und was sich ja so ein bisschen durch unser Gespräch durchzieht es so ganz unterschiedlich.

00:41:58: immer das Thema Werte und wie wichtig dir das ist welche Werte sollte die nächste Generation unbedingt mitnehmen?

00:42:09: Also sie

00:42:09: müssen dran glauben.

00:42:12: also wenn man nicht daran glaubt und wirklich nur aufs jahr schaut oder nur auf die zahlen und sowas alles funktioniert das nicht.

00:42:20: also man muss Sowas was wir machen ich sag mal über fünf oder zehn oder auch über generationen irgendwo sehen.

00:42:29: Natürlich ist es bei uns jetzt in den ersten jahren der man natürlich auch so viel geld investiert hat Ich sage auch ein gewisser auch einen großer druck einfach dahinter dem man er hat und da isst die wirtschaftlichkeit Ja, steht da oft.

00:42:43: Ich sage mal an erster Stelle und was heißt das andere geht da nicht unter?

00:42:47: Das andere ist auch ganz wichtig aber dann muss halt...das muss halt einfach laufen.

00:42:52: Aber bei uns jetzt einfach auch in den nächsten fünf bis zehn Jahren ich sag mal gibt es ja einfach mehr Luft Und du kannst dann da auch das in diese Richtung weiter aufbauen wo man eigentlich vom Glaube her hin will.

00:43:08: und dieser Haltung Tierkomfort, die halt dieser Naturschutzcharakter und das ist eigentlich unser Ziel dass wir einfach nicht als Fleischproduzent gesehen werden sondern eher so als Klimaland wird der gute Luft guten Boden gutes Wasser produziert.

00:43:29: Und ich sage immer ein bisschen über Spitz und als Abfallprodukt entsteht dann vielleicht auch noch ein super Fleisch.

00:43:35: na und das is eigentlich das wo wir uns in den nächsten Jahren sehen dass wir eher so als Klima-Land wird gesehen werden, die er dafür sorgt, dass wir und die Tiere um uns rum einfach ein gutes Leben haben.

00:43:55: Apropos gutes Leben?

00:43:58: Wenn... Aus irgendwelchen Gründen auch immer!

00:44:02: Am Morgen du entscheiden müsstest den

00:44:06: Hof abzugeben

00:44:09: Was wäre der wichtigste

00:44:11: Rat

00:44:11: an demjenigen, der es

00:44:13: weiter trägt?

00:44:14: für dich Boah, da könnte ich gar nicht rüber nachdenken.

00:44:20: Na dann kann mich gar nicht drüber nach denken!

00:44:23: Dernzeit nimm dir die Zeit.

00:44:24: wichtigste Rat Ja man muss es auf seine eigene Art und Weise machen.

00:44:33: Also ich mach's jetzt aus meinem Bauch heraus Und derjenige das irgendwann vielleicht mal weitermacht Musst du so machen wie er ist oder wie sein Bauch es irgendwo sagt.

00:44:47: Weil wenn man jetzt an ihm was festhängt was irgendjemand mal vorgegeben hat.

00:44:55: Ja, ist halt die Frage wie lange das war.

00:44:57: Man muss sich ja immer irgendwie auch neu erfinden und anpassen oder sowas.

00:45:00: Das ist ja auch einfach so eine Sache der Selbstständigkeit.

00:45:05: Und da muss man sich eigentlich selbst immer

00:45:09: finden.

00:45:12: also ich würde sagen dass es den Tieren gut geht dann geht's auf den Menschen gut.

00:45:19: Das können wir so stehen lassen.

00:45:21: aber ich sage

00:45:21: vielen Dank für deine Zeit

00:45:23: nicht dafür Immer gerne.

00:45:32: Danke, dass du heute mit unserem Tisch gesessen hast!

00:45:35: Wenn dir die Folge gefallen hat, teile sie gerne mit jemanden der sie auch hören sollte.

00:45:39: So können die Geschichten hinter den Freaks von Freaks to Table noch mehr Menschen erreichen.

00:45:45: Wenn

00:45:45: du den Podcast unterstützen möchtest,

00:45:48: folge

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00:45:50: Lasst ein Like da und verpasse keine neue Folge.

00:45:53: Alle Infos zu unseren Gast Und die Links zu Freaksto Table

00:45:57: findest

00:45:58: du in den Show Notes.

00:45:59: Wollen

00:45:59: wir noch etwas auf der Zunge liegt?

00:46:01: Schreibt mir gerne, kommentiert die Folge oder schickt mir eine Mail.

00:46:05: Danke dass Du da warst.

00:46:07: bis zum nächsten

00:46:07: Mal!

00:46:08: Zu Tisch.

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